Wir sind auf dem richtigen Weg! – Update
wieder Tote am Hindukusch
Wo wir grade bei Satire waren; nach dem, für bewaffnete Hilfseinsätze unerwarteten, Frühableben mindestens zweier deutscher Uniformträger, gibt sich Merkel nach Pressestimmen ‘entsetzt und schockiert’, spricht gar von ‘mörderischer Menschenverachtung’. Ein paar Schlagzeilen später steht was von einem NATO-Anschlag, äh Luftschlag bei dem 12 Kinder und 2 Frauen zerfetzt, getötet wurden. Kein Wort des Entsetzens oder Bedauerns. Warum auch? Für die Machenschaften unserer Verbündeten können wir schliesslich nichts. Naja und seit dem Kundusbombardement sind wir einfach auch erwachsener geworden im Umgang mit verbrannten Zivilisten Kollateralschäden.
Ganz auf Zack ist der neue Kriegsminister de Maiziere, der mittlerweile die Kriegsrethorik der Wochenschau verinnerlicht hat. Der Focus schreibt:
De Maizière wollte von einem Abzug aus Afghanistan allerdings nichts wissen. Er fordere die Deutschen in der Heimat auf, „gerade jetzt unseren Einsatz in Afghanistan zu unterstützen“, sagte er. Zweifel seien erlaubt und sogar angebracht. Doch: „Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Is klar ne? Wenn wir jetzt abziehen haben sich die toten Bundis doch gar nicht gelohnt. Ganz logisch also, je mehr Tote es gibt, desto intensiver bemühen wir uns um weitere Verluste. Um damit dann noch mehr Kriegsbemühungen zu legitimieren. De Maiziere versucht sich also an der Schaffung eines militärpolitischen Perpetuum mobile. Respekt.
Bestimmt freuen sich die Angehörigen der Getöteten, dass sie auf dem richtigen Weg waren, mit Mitte 20 oder 30 vielleicht, ihr Ziel erreicht haben. Wenn auch durch mörderische Menschenverachtung.
dfo
Update: Passend zu Christi Himmelfahrt hats gleich noch einen deutschen Waffenträger erwischt. Sehr schön auch die Formulierung dass ‘die Wiederherstellung menschenwürdiger Lebensverhältnisse in Afghanistan sowie die Erhaltung unserer Sicherheit in Deutschland einen weiteren deutschen Gefallenen gefordert hat.’ (Quelle: augengeradeaus.net)
Update2: Kriegsminister de Maiziere legt noch einen drauf: ‘Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen…’ (Quelle: FAZ) Na hoffentlich sehen die Taliban das (nicht) genauso.
Update3: Und weil der Kriegsminister soviel Nähe zur Realität aufweist schiebt er noch einen hinterher. Gebete für die Taliban seien notwendig und sinnvoll. (Quelle: SPON)
Bühne frei, Hanswurst kommt!
Bald auch auf einer Wanderbühne in Ihrem Kriegsgebiet
Es ist mal wieder soweit – 9/11 und Verschwörungstheorie
eine kleine Übersicht - Update
<sarkasmus> Der 11. September ist quasi ein Dauerbrenner nicht nur für Fans von Krieg und Terror sondern auch für Verschwörungstheoretiker. Die meisten Menschen assoziieren mit diesem Datum gleich noch Namen und Bild eines bärtigen Terroristenführers, der, so will es die Wahrheit das offizielle Dogma, aus seiner afghanischen Höhle heraus das Wunder vollbrachte, 3 Wolkenkratzer mit nur 2 Flugzeugen umzulegen. Also wie beim Kegeln oder so. Das eigentlich noch grössere Kunstwerk vollbrachte er aber, indem er die teuerste und beste Luftwaffe der Welt austrickste. Dass er nebenbei auch noch das Pentagon demolierte, dessen Grundstein übrigens am 11. September 1941 gelegt wurde, interessiert daneben nicht sonderlich. Jedensfalls muss wegen des bärtigen Irren auch die stolze Bundeswehr in Afgahnistan Leute umbringen. </sarkasmus>
Zum Thema dürften heute wieder unzählige Medien ihren Beitrag leisten. Ein sehr schöner, weil wie gewohnt gründlich und nüchtern formuliert, findet sich bei Telepolis.
Bei ASR findet sich dieser erhellende Beitrag, bei dem es um den Pentagon-Flug geht.
Einen weiteren interessanten Beitrag gibts beim Nachrichtenspiegel-online, dessen Autor sich dem Thema selektiver Wahrnehmung widmet.
Zum Vergleich noch mal ein Beispiel wie Systemmedien mit dem 11. September umgehen.
dfo
Update: Den bisher geilsten Beitrag bringt das ehemalige Nachrichtenmagazin. Lieber Osama bin Laden…
Wie schnell sich Wandlungen doch vollziehen können. Erst bemühte man sich, den wahren Charakter des Afghanistan Krieges zu vertuschen und ihn als reine Aufbaumission darzustellen. Im letzten Wahlkampf erodierte diese Haltung zunehmend, bis man umgangssprachlich Krieg sagen durfte. Der Gipfel war schliesslich mit Horst Köhlers Klarstellung erreicht, der Krieg werde auch aus wirtschaftlichen Gründen geführt.
Den Rest des Beitrags lesen »
Während die Nation einen Freudentanz zur WM hinlegt, ereignet sich auch abseits des Spielfelds Spektakuläres. Genaugenommen neue Bewertungen des Afgahnistan Krieges durch Verteidigungsminister Guttenberg. Dieser äußerte sich in einem Interview mit der FAZ folgendermassen:
[...] wir müssen, so bitter diese Aussage auch ist, weiter mit Verlusten und Verwundeten rechnen.
Afghanistan wird sich nie nach unseren Maßstäben absolut stabilisieren lassen.
Und am Ende des Interviews mit Bezug auf die Frage nach der Zukunft der Wehrpflicht:
Daher ist vielen Fragen zu begegnen, etwa jener, wie weit einer, der heute bei der Bundeswehr Wehrdienst leistet, noch ein Unfreiwilliger ist.
Das Gespräch ist weit umfassender, aber diese Zitate verdeutlichen, wie weit der Paradigmenwechsel in Sachen Afghanistan schon fortgeschritten ist. Vor kurzem stritt man sich noch um die Bewertung militärischer Massnahmen hinsichtlich ihrer Angemessenheit. Oder ob man umgangssprachlich von Krieg reden kann. Heute scheint von solchen Unsicherheiten keine Spur mehr übrig zu sein.
Was hier abseits grossen medialen Interesses formuliert wird, ist wahrscheinlich massgebend für die deutsche Beteiligung am Hindukusch-Feldzug der nächsten Jahre. Zum Glück aber ist WM und keinerlei Diskussion wird um Guttenbergs Worte entstehen.
dfo
Nach einem, fast ein Jahrzehnt dauernden Kasperltheater um den Krieg am Hindukusch, wird immer deutlicher, dass dieser aus ökonmischen Gründen vorangetrieben wird. Man könnte auch meinen, in gewissen Kreisen herrsche Erleichterung darüber, dass es nicht länger nötig ist, noch von Stabilisierungseinsätzen oder gar humanitärer Hilfe seitens deutscher Trppen in Afghanistan zu reden.
Als ginge es um die Bestätigung der umstrittenen Äusserungen Köhlers bei seinem letzten Besuch in Afghanistan, geistert seit kurzem die Nachricht durchs Web, in Afghanistan befänden sich Rohstoffe im Wert von 1000 Mrd. Dollar. Ein afghanischer Minister spricht sogar von Werten um die 3 Billionen. Vor allem das begehrte Lithium, das für Akkus aller Art benötigt wird, soll es dort zuhauf geben. Dass das erst vor 2 Tagen bekannt geworden sein soll ist sehr fraglich. In diesem Zusammenhang sind sowohl der Einsatz am Hindukusch als auch die Propagandaveranstaltungen der Bundeswehr an deutschen Schulen kritisch zu hinterfragen.
Mit dem Bekanntwerden der Rohstoffvorkommen ergeben sich für die Invasoren allerdings keineswegs nur positive Aussichten auf Rentierung des Kriegseinsatzes. Russland und China haben auf wirtschaftlichem Wege bereits Aufträge zur Ausbeutung afghanischer Rohstoffe erhalten. Die westlichen Besatzungsmächte könnten dabei auf der Strecke bleiben. Mithin wird also ein Konflikt der größten Machtblöcke wieder wahrscheinlicher. Ebenso wahrscheinlich sind erneute Apelle der Amerikaner an ihre ‘Freunde’ doch mehr Verantwortung am Hindukusch zu übernhemen. Und die Bundeswehr, mit ihren 2 Panzerhaubitzen, sitzt zwischen allen Stühlen.
Nebenbei bemerkt, bis jetzt sind 43 deutsche Soldaten gefallen, das DIW berechnet pro gefallenen Soldaten 2,3 Millionen Euro Kosten und laut Bundesfinanzministerium hat der Krieg bisher 3 Millarden Euro gekostet.Allein letztes Jahr wurden 466 wegen psychischer Belastungen behandelt, 90% davon Teilnehmer des Afghanistan Feldzuges (Quelle). Die Verluste der Afghanen lassen sich derzeit kaum beziffern. Sicher ist nur, das die zivilen Verluste in die (zehn-) Tausende gehen, die Dunkelziffer liegt dabei wesentlich höher.
Man darf davon ausgehen, dass der Umgang mit den ‘Gefallenen’ noch leichter wird, wenn erst mal die Abschaffung der Wehrpflicht und die Umwandlung der Bundeswehr in eine Söldnerfirma vollzogen ist.
dfo
Köhler muss sich in seinem Interview auf dem Rückweg von seinem Auslandsauftritt wohl recht schwer verplappert haben. Deutschlandradio Kultur hat seine Bemerkungen zusammengestrichen, dass Deutschland zur Wahrung seiner Aussenhandelsinteressen künftig auf Waffengewalt setzen werde und dass ganz klar mit weiteren Toten zu rechen ist.
Gegen Horst Köhler wurde Strafanzeige gestellt, wobei naturgemäß fraglich ist, ob das was nutzt. Dennoch finde ich die Meldung interessant, so das ich sie hier noch mal vorstellen will. Hier gehts zu der Seite mit der Strafanzeige und hier zu ein paar Hintergrundinfos, die auch das Interview in seinen wichtigsten Teilen beinhalten.
dfo
Außenhandel unter Einsatz militärischer Mittel
Hotte Köhler und die frohe Pfingstbotschaft
Bundespräsident Horst Horst scheint es, nach seinem Überraschungsauftritt am Hindukusch, schlechter zu gehen als vorher. Zumindest um seinen Geisteszustand darf man sich die größten Sorgen machen. Deutschlandradio Kultur zufolge sprach er von den tollen Leistungen der Bundeswehr in Afghanistan. So, als ob es das Kunduz-Bombardement nie gegeben und die Bundeswehr noch keine Zivilisten getötet oder gar afghanische Waffenkumpelz niedergemäht hätte. Und nicht zu vergessen die Typen, die in einem Spähpanzer in einer Pfütze umgekommen sein sollen.
Den Rest des Beitrags lesen »
Aus dem Postfach eines unbekannten Rebellenführers
Kriegserklärung an Taliban
Aus dubiosen Quellen erreichte uns heute, am frühen Nachmittag dieser Screenshot, welcher den Posteingang eines Unbekannten zeigt. Dailyfuckoff vermutet, dass es sich um den Posteingang eines bekannten, wahrscheinlich radikalen Taliban-Führers handelt. Wir haben die Mail für Sie übersetzen lassen. Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild.
Das Team der Redaktion
Quo vadis, Germany?
Verfahren gegen Oberst Klein eingestellt
Seit die Lage für die Bundeswehr am Hindukusch immer brenzliger wird, bemühen sich viele Vertreter der classe politique, der Truppe zu Rechtssicherheit im Ausland und mehr Ansehen in der Heimat zu verschaffen.
Auf diesem Wege hat nun die Bundesanwaltschaft ihr Verfahren gegen Oberst Klein eingestellt, es läge ‘weder ein Verstoß gegen das Völkerstrafgesetzbuch noch gegen das Strafgesetzbuch vor’. Zur Erinnerung, bei dem Bombardement von Kunduz sind offiziell 142 Menschen umgekommen, die meisten davon wohl Zivilisten.
Damit stellt sich die deutsche Justiz wiedereinmal hinter die Täter, so wie es in diesem Land Tradition hat. Und manch ballerfreudige Sadist wird sich nun viel wohler fühlen, wenn er das nächste Mal auf Afghanen schießt.
Übrigens will auch das Merkel ihre Entschlossenheit an dem bisherigen Mandat festzuhalten, erneut öffentlich bekunden. Kann man eigentlich den Kanzler wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen? Man sollte nicht vergessen, wäre Merkel damals schon an der Macht gewesen, ständen deutsche Truppen heute auch im Irak, die Toten hätte man seitdem sicher schon nicht mehr gezählt.
dfo


















